Kamień Pomorski – Dom, Orgel und ein Mittelaltermarkt
Mittwoch, 18. Juni. 9:30 Uhr. Kamień Pomorski.
Die Stadt liegt im Nordwesten Polens, am Zalew Kamieński – dem Camminer Bodden –, etwa acht Kilometer von der Ostsee entfernt. 9.000 Einwohner, umgeben von dichten Wäldern, die das Klima etwas milder machen als an der unmittelbaren Küste. Seit 1176 Bischofssitz, seit dem späten 13. Jahrhundert mit Stadtrechten, seit 1882 Kurort – dank Solequellen und jodhaltiger Luft.
Das Herzstück: die Kathedrale St. Johannes, auch Camminer Dom genannt. Zwischen 1175 und 1385 erbaut, 63 Meter lang, 81 Meter breit – die größte Kirche in Pommern. In ihr wohnt eine Barockorgel mit 3.300 Pfeifen. Jeden Sommer, seit etwa 50 Jahren, erklingt sie beim Internationalen Festival für Orgel- und Kammermusik. Man sollte das zumindest einmal gehört haben.
Rund um die Kirche: ein Mittelalter- und Wikingermarkt. Der Vorgeschmack auf das große Wikingerfest in Wollin. Das Leben ist manchmal ausgesprochen gut kuratiert.
Auch das spätgotische Rathaus am Marktplatz und das Stadttor mit Stadtmuseum sind sehenswert. Und das Essen: wunderbar. Einkaufen: möglich. Touristik: ja, aber auf die angenehme Art.
Sonntag, 22. Juni. Abmelden, bezahlen: 220 Zloty für vier Nächte inklusive Wasser und Strom. Das ist fair. Dann: weiter zum Ziel.
Dziwnów – Ankunft am Meer
Dziwnów (deutsch: Dievenow) ist ein Ostseebad auf der Insel Wollin, an der Pommerschen Bucht. Im Süden fließt die Dziwna vom Stettiner Haff – und verbreitet sich hier zum Camminer Haff. Der Ort ist klein, überschaubar, und genau das ist seine Stärke.
Wer hier ankommt, sucht keine Ballermann-Atmosphäre. Wer hier ankommt, sucht Strand, Stille, frische Luft und Fisch. Und findet all das – in Gehweite vom Boot zur Ostsee sind es wenige Minuten.
Die Drehbrücke über die Dziwna ist interessant. Die Allee mit den Händeabdrücken bekannter polnischer Sportler ist unterhaltsam. Die Ausflugsboote – umgebaute Kutter als Segelschiffattrappen – bieten Fahrten entlang der Küste. Und wer Fisch mag: Dziwnów ist der richtige Ort.
Donnerstag, 26. Juni. Die Ostsee ruft – aber der Wind ist stärker. Starker Wind, schäumende See. Der Hafenmeister muss nichts sagen; wir sehen es selbst. Keine Fahrgenehmigung. Kein Abstecher nach Swinemünde über die offene See.
13:00 Uhr. Zurück nach Wollin. Man lernt auf dem Wasser: Manchmal gewinnt das Wetter. Und das ist auch gut so.